Hintergrundinformationen

In Ruanda leiden die Menschen unter Mangelernährung. Kinder und Jugendliche sind dadurch in ihrer körperlichen Entwicklung beeinträchtigt. Den Menschen ist die Wichtigkeit einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung nicht bewusst. Sie ernähren sich vor allem von Süßkartoffeln und Maniok, die viel Stärke enthalten. Ursachen hierfür sind Armut, mangelnde Bildung und Überbevölkerung in Ruanda.

Brot für die Welt mit einer Partnerorganisation im Lande zeigt den Menschen in dem Projekt „Drei Farben für ein besseres Leben“ auf, und leitet sie dazu an, wie sie in kleinen Hausgärten Gemüse und Obst anbauen können. Dies ermöglicht ihnen Selbstversorgung mit nahrhaften Lebensmitteln und den Verkauf von Überschüssen auf lokalen Märkten.


Parallel zu den Problemen in den sich entwickelnden „Ländern des Südens“ befassen wir uns, ausgehend von der weltweiten Situation, mit Möglichkeiten eines ökologisch vernünftigen Ernährungsverhaltens in unserer Region. Das zeigte besonders gut unsere Veranstaltung zusammen mit dem Evangelischen Dekanat Dreieich am 20. Januar 2015:
Die Ernährungsberaterin Carina Unger beleuchtete die weltweite Situation: Eine Milliarde Menschen leidet schon jetzt Hunger, eine Milliarde ist fehlerhaft ernährt, eine weitere leidet an krankhaftem Übergewicht. Das Bevölkerungswachstum führt, trotz begrenzten Bodenvorräten, Wasseraufkommen etc. zu immer größerer Nahrungsmittelproduktion. Jedoch wäre es besser, die verfügbaren Nahrungsmittel besser zu verteilen und weniger davon zu verschwenden. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion geht durch Vergeudung bei der Erzeugung, im Handel und bei den Konsumenten, vor allem in den Industrieländern, verloren. Nur 44 % der in Nahrungsmitteln steckenden Energie kommt beim Menschen an, 35 % der Getreideernte dient als Viehfutter, vor allem zur Fleischproduktion, weitere Anteile als Rohstoff in der Industrie und zur Biosprit- Erzeugung. – Nur 15 % des Einkommens wird bei uns für Nahrungsmittel aufgewendet, dagegen brauchen Menschen in Entwicklungsländern dafür 80 %, und das macht sie sehr anfällig für Hungersnot durch Preissteigerungen.
Daraus folgen praktische Tips für uns Verbraucher: 600 Gramm Fleisch pro Person und Woche reichen zum Beispiel für gesunde Ernährung völlig aus. Der Einkauf sollte sich am Bedarf gemäß Einkaufszettel und nicht an den jeweils „billigen“ Sonderangeboten orientieren, die dann allzu häufig weggeworfen werden. Anstatt in großen Supermärkten sollte nach Möglichkeit in lokalen Märkten und Hofläden eingekauft werden, wo oft regional erzeugte Produkte im Angebot sind. Auch kleine Betriebe wie Bäckereien und Metzgereien vor Ort, die ihre Rohstoffe wie Mehl oder Fleisch von regionalen Erzeugern beziehen, sind so zu sehen.

Der Landwirt Thomas Zell, der in Seligenstadt (Birkenhof) und Bruchköbel Bioland- Höfe bewirtschaftet, gab anschließend Einblicke in seine Arbeit. Er ist ein sehr gutes Beispiel eines regionalen Partners für ernährungsbewusste Konsumenten. Mit seinem Lieferservice und Bio- Hofläden „Ackerlei“ schlägt er die Brücke zwischen selbst angebauten Obst- und Gemüseprodukten und den Verbrauchern in der Region (nur schade, das Seligenstadt von Langen für Einkäufe doch recht weit entfern ist).
Thomas Zell arbeitet seit 1996 mit eigenem Betrieb im Verbund mit dem Bioland- Verband für Ökologischen Landbau. Sein mit „Ackerlei“ selbst vermarktetes Angebot (10 % im Hofladen und 90 % mit 60 größeren Abnehmern) umfasst eine Palette von ca. 30 Obst- und Gemüsearten. Dabei macht ihn die große Palette seiner Produkte unabhängiger für wetter- und marktbedingte Schwankungen, sowie gegenüber Lieferanten und Kunden.

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