Die Orgel der Stadtkirche

Die Orgel der Stadtkirche wurde 1964 von der Firma Gebrüder Oberlinger, Windesheim, erbaut. Sie verfügt über drei Manuale und Pedal und hat 33 Register mit 2392 Pfeifen. 1997 wurde im Rahmen der Kirchenrenovierung eine Generalüberholung durchgeführt. Seit Ostern 2002 hat die Orgel eine Setzeranlage mit 640 Setzerkombinationen.

Disposition

I. Manual, Brustwerk  (C - g3, 56 Tasten)

Singend Gedackt 8'
Rohrquintade 4'
Prinzipal 2'
Quinte 1 1/3'
Cymbel 4fach
Krummhorn 8'
Tremulant

II. Manual, Hauptwerk

Pommer 16'
Prinzipal 8'
Rohrflöte 8'
Oktave 4'
Kleingedackt 4'
Blockflöte 2'
Sesquialter 2fach
Mixtur 5-7fach
Klingend Cymbel 3fach
Trompete 8'
Tremulant

III. Manual, Oberwerk

Gedackt 8'
Weidenpfeife 8'
Prinzipal 4'
Koppelflöte 4'
Spitzoktav 2'
Sifflöte 1'
Terzian 2fach
Scharff 5fach
Englisch-Horn 8
Tremulant

Pedal (C - f1, 30 Tasten)

Prinzipalbaß 16'
Subbaß 16'
Oktavbaß 8'
Prinzipalflöte 4'
Nachthorn 2'
Mixtur 6fach
Posaune 16'
Klarine 4'

Cymbelstern

Koppeln: III-II, I-II, III-P, II-P, I-P
640 Setzer
Tutti (setzbar)
Setzeranlage seit 2002
Mechanische Schleifladen-Traktur
Tonkanzellenladen
Elektrische Registratur

Baujahr 1964

Orgelbauwerk Gebrüder Oberlinger, Windesheim

Die Geschichte der Orgeln der Stadtkirche

„Die Langener Stadtkirche (...) wurde am 26. August 1883 unter den Klängen einer Orgel eingeweiht, welche die Orgelbauer Gebrüder Bernhard aus Gambach erstellt hatten. Es handelte sich um eine sogenannte Kegelladen-Orgel mit 28 Registern, in der romantischen Zusammensetzung und Tongebung des damaligen Zeitgeschmacks.

Im Zuge der Gesamt-Innenrenovierung der Stadtkirche im Jahre 1959 (...) wurde auch die Orgel von der Orgelbauanstalt Förster und Nicolaus gründlich gesäubert und technisch überholt. In den folgenden Jahren stellte es sich jedoch immer mehr heraus, daß alle weitergehenden Versuche zur dauernden Wiederherstellung oder gar zu einem Klangumbau der Orgel kostspieliges Stückwerk bleiben mußten. (...)

So entschloß sich der Kirchenvorstand im Mai 1962 dazu, eine neue Orgel anzuschaffen (...). Das Gehäuse, das sich dem Stil der Stadtkirche harmonisch einfügt, konnte und sollte dabei erhalten bleiben. Nach sorgfältiger Prüfung aller Angebote (...) erhielt das Orgelbauwerk Gebrüder Oberlinger, Windesheim bei Bad Kreuznach, am 9. Juli 1962 den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel.

Endlich war es dann so weit: Obwohl die Intonierung noch nicht abgeschlossen war, konnte die neue Orgel am Sonntag Exaudi, den 10. Mai 1964, im festlichen Konfirmationsgottesdienst (...) ihrer Bestimmung übergeben werden.“

Dies schreibt Dr. Matthäus Ziegler, damaliger Pfarrer der Stadtkirchengemeinde, in der Festschrift „Die neue Orgel der Stadtkirche Langen/Hessen“ im Jahr 1964.

1997 stand erneut eine Innenrenovierung der Stadtkirche an, bei der die Orgel gereinigt und überholt wurde. Immer häufiger auftretende Mängel an der inzwischen veralteten Registratur veranlasste den Kichenvorstand im Herbst 2001, den Einbau einer modernen Setzeranlage durch die Firma Gebrüder Oberlinger durchführen zu lassen. Im April und Mai 2002 wurden die Arbeiten durchgeführt, seitdem besitzt die Orgel der Stadtkirche eine hochmoderne Setzeranlage mit 640 Kombinationen, einer setzbaren Tuttikombination, Sequenzschaltern und einem „Einfügen“- Schalter.

Die alte Orgel der Stadtkirche

Die alte Orgel der Evangelischen Stadtkirche

... wurde 1883 von den Orgelbauern Gebrüder Bernhard aus Gambach erbaut. Die Prospektpfeifen, die im 1. Weltkrieg abhanden gekommen waren (u. a. der Prinzipal 8' im Hauptwerk), wurden im Jahre 1923 durch Register der Firma Förster & Nicolaus, Lich, ersetzt. Die Gemeinde hatte zur Finanzierung eine Haussammlung durchgeführt und einen Teil der Abendmahlsgeräte verkauft (lt. Inschrift im Innern der Orgel).

Um 1960 urteilte man, die Orgel habe eine langweilige und unschöne Disposition, eine schwerfällige Mechanik. Sie sei außerdem windstößig. Daraufhin (1964) wurde die Orgel durch ein Instrument der Firma Oberlinger ersetzt. Ein kleiner Teil der alten Pfeifen (von 1883 wie von 1923) blieb erhalten. Von der alten Orgel der Gebrüder Bernhard (1883) blieben augenscheinlich ein Teil der Holzpfeifen erhalten, darauf weisen u.a. die Farbe der Pfeifen hin und die Tatsache, dass in der Rechnung des Orgelneubaus 1964 DM 3000,- für „vorhandenes Material“ angerechnet wurden.

 
 
 

Die Disposition der alten Orgel

Hauptwerk:

Bordun 16'
Prinzipal 8'
Viola di Gamba 8'
Gemshorn 8'
Flöte 8'
Gedeckt 8'
Octav 4'
Gedackt 4'
Oktave 2'
Cornett 2- 4fach 2 (später 2- 3fach)
Mixtur 3- 4fach 2 2/3'
Trompete 8'

Oberwerk:

Geigenprinzipal 8'
Hohlflöte 8'
Lieblich Gedackt 8'
Äoline 8'
Salicional 8'
Spitzflöte 4'
Fugara 4'
Flautino 2'
Klarinette 8'

Pedal:

Prinzipalbaß 16'
Violonbaß 16'
Subbaß 16'
Oktavbaß 8'
Violoncello 8'
Viola 4'
Posaune 16'

Die Orgel war seitenspielig
Disposition nach Angaben aus dem Jahr 1962

Bildnachweise: